• Startseite
  • Über mich
  • Blog
  • Kontakt
  • Startseite
  • Über mich
  • Blog
  • Kontakt

Was ist Agoraphobie und mein Weg bis zur Diagnose

6. April 2020

Ich starte meinen ersten Eintrag auf meinem Blog mit dem Thema, welches mir mein Leben seit Jahren erschwert und es mir zeitweise sogar total zunichte machte. Seit Mitte 2019 habe ich nun auch endlich einen offiziellen Begriff für dieses Leiden:

AGORAPHOBIE

Diese Diagnose habe ich bei meinem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik erhalten. Rund um dieses Thema, sowie die Themen Angststörung im Allgemeinen und Depressionen wird sich mein Blog in Zukunft drehen.

Ich lasse euch an meinem bisherigen Leben mit einer Angststörung teilhaben, was mir bis jetzt geholfen hat, welche Therapieansätze ich ausprobiert habe, wie es ist mit einer Angststörung zu leben, wie es mich beeinträchtigt hat bzw. immer noch tut, wie es mir heute ergeht, welche Medikamente mir geholfen haben usw.

Doch was ist Agoraphobie nun eigentlich?

Agoraphobie ist eine Angststörung, bei der Betroffene Angst vor öffentlichen Plätzen und Menschenmengen haben. Typisch sind auch Ängste davor, das Haus zu verlassen oder ohne Begleitung mit dem Zug, Bus oder Flugzeug zu reisen. Menschen mit Agoraphobie leben in Sorge davor, im öffentlichen Raum Paniksymptome wie Schwindel oder Herzrasen zu entwickeln. Sie befürchten, dass sie diese Orte im Falle von panikartigen Beschwerden nicht verlassen können oder ihnen in diesen Situationen dort keiner zu Hilfe kommt. Dabei erkennen sie durchaus, dass ihre Angst übertrieben und unverhältnismäßig ist. Um nicht in angstauslösende Situationen zu geraten, entwickeln Menschen mit Agoraphobie ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten. Diese „Angst vor der Angst“ kann zu Einschränkungen des täglichen Lebens führen.

https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/wissen/agoraphobie-panikstoerung/hintergrund

Bei mir fing es zunächst damit an, dass mir beim Einkaufen im Supermarkt vor den Regalen und in der Schlange an der Kasse schwindelig wurde. Es fühlte sich an, als ob ich jeden Moment ohnmächtig werden würde. Sobald ich bezahlt hatte, gingen die unangenehmen Gefühle jedoch weg und somit habe ich mir erstmal nichts weiter dabei gedacht. Im Laufe der Zeit breiteten sich diese Gefühle jedoch, ohne ersichtlichen Grund, auf immer mehr Bereiche meines Lebens aus. Ich lebte in ständiger Panik, dass mir, wenn ich alleine unterwegs war, etwas zustoßen könnte. Auf der Autobahn hatte ich Angst im Auto ohnmächtig zu werden. In öffentlichen Verkehrsmitteln hatte ich Panik nicht schnell genug flüchten zu können wenn die Angst kommt. In der Arbeit kamen die Ängste ebenfalls stark zum Vorschein und ich hatte Probleme mit dem bloßen Gedanken daran, nicht einfach nach Hause gehen zu können, wenn mich die Angst wieder überkommt und auch das Ausharren in Meetings wurde zur Schwerstarbeit. Somit hat mir die Angst die Freude am Leben Stück für Stück genommen.

Dass mit mir irgendetwas nicht stimmt, wusste ich zu dieser Zeit also schon lange. Lange dachte ich aber, dass es wohl an mir liegt, ich einfach anders bin, ich einfach nicht gerne viel unternehme und lieber gemütlich zu Hause bleibe als mich in ein Getümmel von Menschen zu stürzen.
Irgendwann wurde das Leiden, die Einschränkung im Leben, jedoch immer größer und ich begann nach meinen Symptomen zu googeln. Dadurch bin ich, welch Wunder, auf viele mögliche Erkrankungen gestoßen, die ich doch eigentlich haben könnte bzw. haben musste.

Somit reichten meine Diagnosen, dank Dr. Google, zunächst von Multiple Sklerose, Hashimoto, Schilddrüsenunterfunktion, Zahnwurzelentzündungen durch wurzelbehandelte Zähne, Nebennierenschwäche bis hin zu der Annahme, dass meine Brustimplantate an allem Schuld sein könnten.

Zu dieser Zeit dachte ich dann auch das erste Mal, dass ich wirklich krank bin und es vielleicht doch nicht an mir liegt wie es mir ergeht. Nur leider dachte ich nun, dass ich an einer körperlichen Krankheit leide und nicht an einer psychischen.

Natürlich stieß ich bei meiner Recherche aber auch auf Begriffe wie „Angststörung“ oder „Panikattacken“, aber das ließ mich eher vermuten, dass ich eine Krankheit haben musste, die diese Symptome auslöst, denn bis dato kannte ich keine psychischen Erkrankungen. Ich war noch nie mit dieser Art von Erkrankungen konfrontiert, keiner in meiner Familie oder in meinem Bekanntenkreis hatte je psychische Probleme und ich war außerdem ein sehr gefühlskalter Mensch, der solche Krankheiten, wie viele andere Menschen leider auch, für Humbug hielten und dass diese Menschen einfach nur jammern anstatt ihren Arsch hoch zu kriegen.

Ich hielt meine Probleme also jahrelang für Symptome einer mehr oder weniger schlimmen Krankheit, da ich nicht akzeptieren konnte, dass es sich bei meinem Symptombild um eine psychische Erkrankung an sich handeln musste. Dadurch habe ich Jahre damit vergeudet, herauszufinden an welcher Krankheit ich leide, anstatt mir von Anfang an professionelle Hilfe zu holen. Denn wieso sollte ausgerechnet ich an einer psychischen Erkrankung leiden, wo ich doch noch nie in meinem Leben auch nur ansatzweise irgendwelche psychischen Probleme hatte? Es ergab für mich einfach keinen Sinn…

Eure Sandra

Post Views: 828
AgoraphobieAngststörungAntidepressivaDepressionDepressionenPsychepsychisch
Share

Agoraphobie

Sandra

You might also like

Der Beginn meiner Angststörung
28. April 2020

Leave A Reply


Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  • Kategorien

    • Agoraphobie
  • Schlagwörter

    Agoraphobie Angststörung Antidepressiva Depression Depressionen Psyche psychisch


  • Aktueller Beitrag

    • Der Beginn meiner Angststörung 28. April 2020
  • Kategorien

    • Agoraphobie (2)
  • Datenschutz / Impressum

    Datenschutz
    Impressum

© Copyright - Theme by ThemeGoods